Kampf gegen illegale Waisenhäuser

Kampf gegen illegale Waisenhäuser

BRAVEAURORA kämpft gegen illegale Waisenhäuser und erteilt dem milliardenschweren Volunteer Business eine klare Absage!

Seit einigen Jahren boomt der „Freiwilligentourismus“ als neuer und kritisch zu sehender Wirtschaftszweig. Für Freiwillige wurde damit ein Tourismusangebot kreiert, bei dem die Annehmlichkeiten des Reisens mit dem guten Gefühl des Helfens verbunden werden. Qualifikation braucht es hierzu keine – was als äusserst kritisch zu sehen ist. Solch gut gemeinte Taten, haben typischerweise fatale Folgen in den Entwicklungsländern. Denn je eher das Produkt den Bedürfnissen der KundInnen entspricht, desto größer der kommerzielle Erfolg. Die Agenturen verlangen hohe Vermittlungsgebühren und bieten oft unzureichende Betreuung der Freiwilligen. Es wird ein Angebot kreiert und die Nachfrage wird durch Kinder bzw. durch vermeintliche Waisenkinder in Entwicklungsländern gestillt.

Der Verkaufsschlager „Hilfe für Kinder“ zieht Freiwillige an wie ein Magnet und kurzfristige Einsätze im Waisenhaus werden am erfolgreichsten verkauft. In Ghana schaffen internationale BesucherInnen mit ihrer Nachfrage nach schutzbedürftigen Kindern, den Rahmen für die kontinuierliche „Produktion“ von immer neuen – meist illegalen – Waisenhäusern die mit vermeintlichen Waisenkindern  gefüllt werden, sobald die Volunteers eintreffen. Zu anderen Zeiten stehen diese Häuser meist leer. Die Kinder, die diesem Kreisklauf zum Opfer fallen werden zu einem vermarktbaren Produkt degradiert.

BRAVEAURORA tritt klar gegen diesen Trend auf und leistet aktive Sensibilisierungsarbeit durch Workshops mit jungen Menschen, Vernetzung mit diversen Organisation und Aufklärungsarbeit in Ghana. Zudem wurde ein nachhaltiges Konzept der Freiwilligenarbeit für unsere Projekte in Ghana entwickelt: BRAVEAURORA wählt die Freiwilligen nach ihrer Qualifikation und ihrer Erfahrung aus und überprüft bzw. vergleicht deren Qualifikationen mit den Bedürfnissen vor Ort. Es werden keinerlei Vermittlungsgebühren verlangt. Volunteers, die sich bei den Projekten von BRAVEAURORA engagieren bleiben im Idealfall 6 Monate und manchmal auch länger.

Hier eine interessante Sendung zum Thema „Abiturienten als Entwicklungshelfer: sinnlose Kurztrips ins Elend“!

Weiterführende Literatur:
– Jonnson, Cecilia: The Volunteers – From missionary organizations to volunteers travel agencies. Dissertation, Linnaeus University (2012)
– Maag et. al: Commercial VolunTourism. A modern industry. Scandinavian College of Travel and Tourism (2012)
– Hanna Voelkl: Where are the children? Orphanage volontourism in Ghana. In: Children, Youth and International Development”. Master Thesis, Brunel University (2013)
– Lauren Kascak &amp, Laura; Dasgupta, Sayantani: #InstagrammingAfrica: The Narcissism of Global Voluntourism (2014)
– Daniel Rössler: Das Gegenteil von gut… ist gut gemeint. Seifert Verlag (2015)